Workshop Programm

FRAMES OF PRESENCE

Teaching the Art of Intuitive Cinematography

Ein Weiterbildungsprogramm für Filmschaffende, das die Kunst der intuitiven Kameraführung mit modernen Technologien verbindet. Im Zentrum: emotionale Authentizität, technische Präzision und kreative Freiheit – insbesondere im Kontext hybrider Dreharbeiten.

„Frames of Presence ist keine Technikschule.
Es ist eine Schule des Sehens."

KERNMODULE

Die Kamera wird zur Verlängerung des eigenen Bewusstseins. In diesem Modul trainieren die Teilnehmer:innen, Szenen ohne Proben zu lesen – mit dem Körper, nicht mit dem Kopf. Reaktive Bildgestaltung entsteht aus Präsenz, nicht aus Planung.

Methoden & Übungen

  • Sensory Awareness Training – Wahrnehmungsübungen vor dem ersten Dreh
  • Blind-Shooting Exercises – Kadrage ohne Sucher, rein nach Instinkt
  • Body-Cam-Übungen – Die Kamera als Teil der eigenen Bewegung
  • Improvisierte Szenen mit Schauspieler:innen – ohne Blocking, ohne Wiederholung

Lernziele

  • Entwicklung eines persönlichen kameraführerischen Instinkts
  • Fähigkeit, emotionale Wendepunkte in Echtzeit zu antizipieren
  • Sicheres Arbeiten im Handheld – fließend zwischen Stabilität und Dynamik

Referenzen: Dardenne-Brüder, Dogme 95, Cassavetes

Die Plansequenz ist mehr als eine technische Übung – sie ist eine Haltung. Ein einziger Take zwingt alle Beteiligten zu absoluter Gegenwärtigkeit. In diesem Modul erarbeiten die Teilnehmer:innen die Choreografie von Kamera und Schauspiel als gemeinsame Partitur.

Methoden & Übungen

  • Szenen-Choreografie – Blocking, Timing und räumliche Dynamik als Einheit
  • Proben mit Kamera – iteratives Verfeinern von Bewegungsabläufen
  • Live-Analyse – Sofortige Auswertung der Takes im Plenum
  • Steigerungsübungen – vom 2-Minuten-Take zur komplexen 8-Minuten-Sequenz

Lernziele

  • Beherrschung der räumlichen und zeitlichen Choreografie von Plansequenzen
  • Verständnis für die emotionale Verdichtung durch den ununterbrochenen Blick
  • Fähigkeit, Schauspieler:innen und Kamera als choreografische Einheit zu führen

Referenzen: Lubezki (Birdman), Schipper (Victoria), Mendes (1917)

Jedes Bild erzählt – durch Ausschnitt, Abstand und Licht. Dieses Modul schärft den Blick für die unsichtbare Sprache der Kadrage und verbindet Lichtführung mit emotionaler Dramaturgie. Natürliches Licht, gesetztes Licht, Farbtemperatur als erzählerisches Mittel.

Methoden & Übungen

  • Licht-Setups nachbauen – Rekonstruktion ikonischer Filmszenen
  • Szenenanalyse berühmter Filme – Deakins, Lubezki, Storaro im Vergleich
  • Eigene Szenen drehen und im Schnitt analysieren
  • Farbtemperatur-Übungen – Stimmung durch Kelvin statt durch Worte

Lernziele

  • Intuitive Lichtkompetenz – Licht lesen, bevor man es setzt
  • Verständnis für Farbtemperatur als dramaturgisches Werkzeug
  • Fähigkeit, den emotionalen Gehalt einer Szene durch Kadrage und Licht zu verstärken

Referenzen: Deakins, Lubezki, Storaro, Khondji

Wenn mehrere Kameras gleichzeitig drehen, braucht es mehr als Technik – es braucht ein gemeinsames Sehen. Dieses Modul trainiert die Koordination von B-Cam und C-Cam, die nonverbale Kommunikation zwischen Kamerateams und das Prinzip, dass jede Kamera eine eigene Perspektive erzählt, nicht nur absichert.

Methoden & Übungen

  • Live-Übungen mit 2–3 Kameras gleichzeitig – eine Szene, mehrere Blickwinkel
  • Kommunikations-Drills – nonverbale Koordination im Dreh
  • Rollenrotation – jede:r führt A-Cam und B-Cam
  • Analyse im Schnitt – was erzählt welche Kamera?

Lernziele

  • Fähigkeit, ein Mehrkamerakonzept dramaturgisch zu planen und spontan anzupassen
  • Sichere nonverbale Kommunikation zwischen Kamerateams
  • Verständnis für den Schnitt-Mehrwert orchestrierter Multi-Cam-Arbeit

Referenzen: Altman, Iñárritu, Figgis (Timecode)

LED-Volumes, KI-gestütztes Grading, VFX-Previsualisierung – die Werkzeuge verändern sich rasant. Aber wer entscheidet, was im Bild passiert? Dieses Modul verbindet Virtual Production mit der Frage, die alles zusammenhält: Wo bleibt der Mensch im Prozess?

Methoden & Übungen

  • Einführung in LED-Volume & StageCraft-Workflows
  • KI-Tools für Grading, Previsualisierung und Szenenanalyse
  • Hands-on: Szenen im virtuellen Set drehen
  • Ethik-Diskussion – Automatisierung vs. kreative Autorschaft

Lernziele

  • Grundlegendes Verständnis von Virtual Production Workflows
  • Kompetenz im Einsatz von KI-Tools als kreative Erweiterung
  • Reflexionsfähigkeit über die Rolle des Menschen in technologisierten Produktionsprozessen

Referenzen: The Mandalorian (StageCraft), Zone of Interest (Glazer)

ADVANCED TRACKS

Für Teilnehmer:innen, die tiefer gehen wollen: individuelle Vertiefung über das Workshop-Format hinaus.

Mentoring

Persönliche Begleitung über einen längeren Zeitraum. Analyse eigener Projekte, Feedback zu Showreels, Entwicklung einer individuellen Bildsprache.

Mock-Production

Simulation einer realen Produktion unter Workshop-Bedingungen. Vollständiger Workflow von Konzept bis Rohschnitt – mit echten Schauspieler:innen und professionellem Equipment.

Curriculum-Integration

Maßgeschneiderte Einbettung in bestehende Studiengänge. Abstimmung mit Hochschulen für semesterbegleitende oder Block-Formate.

ZIELGRUPPE

Fortgeschrittene Studierende (ab 4. Semester) und Professionals mit Fokus auf Regie und Kamera. Menschen, die über technische Kompetenz hinaus die intuitive Dimension der Bildgestaltung erkunden wollen.

FORMAT

Gastworkshop (3–5 Tage) an Filmhochschulen und Akademien. Einzelmodul oder vollständiges Pilotprojekt möglich. Optional: Advanced Tracks mit Mentoring und Mock-Production.

BESONDERHEITEN

  • Integration von Virtual Production & LED-Volumes
  • KI-Tools als kreative Erweiterung, nicht Ersatz
  • 30+ Jahre Praxiserfahrung, 150+ Produktionen

METHODIK

Keine PowerPoint-Vorträge. Kamera in der Hand, Schauspieler im Raum, Szenen entstehen im Moment. Reflexion durch Analyse des eigenen Materials. Lernen durch Tun – und durch Zuschauen, wie andere es tun.

Interesse?

Für Filmhochschulen, Akademien und Weiterbildungsinstitute.

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